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Seefeld / Tirol - der Ort Seefeld von oben (Photos zum Vergrößern anklicken): links Blick auf den Wildsee am südlichen Ortsrand, Photo rechts Ortszentrum. Seefeld existiert vermutlich seit dem 11. Jahrhundert und hatte in der Vortourismuszeit eine gewisse Bedeutung durch seine Lage an der Handelsstraße von Augsburg nach Italien, außerdem als Wallfahrtsort durch das sogenannte Hostienwunder.. 1384 drehte hier nämlich ein Ritter namens Milser durch, als er mit dem Pfarrer über eine Hostie in Streit geriet. Möglicherweise stolperte er oder fiel hin, auf jeden Fall machte die Kirche geschickt ein göttliches Zeichen daraus, worauf ein Strom von Wallfahrten nach Seefeld begann, der Ort nebst Kloster reich machte. Von der Burg des Ritters, am Berghang gelegen, gibts heute keine Spur mehr. Der wirtschaftliche Niedergang begann, als das Kloster im Rahmen der Reformanstrengungen des Kaisers Joseph II. (1770-80) aufgehoben wurde und Schluß mit den Wallfahrten war. Mit dem Ausbau anderer Verkehrswege kam auch der Fernhandelsverkehr über den Seefelder Sattel zum Stillstand. Im Krieg von 1809 gegen Franzosen und Bayern brannte Seefeld auch noch teilweise ab. Links: Das Hotel Klosterhof steht an der Stelle
des alten Seefelder Klosters, dessen Gebäude 1808 an einen Metzger verkauft
worden waren. Die alten Gemäuer sind teilweise in das Hotelgebäude einbezogen. Der etwa 1 km lange Wildsee. Hier kann man im September zahlreiche Bläßhühner, Stockenten und Sachsen sehen und hören. Bild Mitte: Blick zum Seehotel und aufs Seefelder Joch. An den Wildsee schließt sich das Reither Moor mit seltenen Pflanzen an. Im Gegensatz zu anderen Gebirgsorten kann man in Seefeld nicht nur rauf und runter, sondern auch gerade aus und zurück laufen. Alljährlich kommt es Ende September beim Einhornmarsch zu Massenwanderungen mit über 10000 Teilnehmern, ein Phänomen, dem der Betrachter fassungslos gegenüber steht. Die Frage, warum Wanderer immer in Rudeln unterwegs sein müssen, konnten uns sogar einige Beteiligte selbst nicht genau beantworten. Komischerweise war sogar jeder befragte Läufer der Ansicht, er sei kein Massenmensch.
Links: Das Casino, Hauptsponsor des jährlichen Schach-Opens. Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung des Opens finden im Casino statt ebenso wie die zum Rahmenprogramm gehörende Simultanveranstaltung (im Jahr 2000 Großmeister Burmakin, 2001 Großmeister Miezis) und das Blitzturnier. Das Casino wurde 1969 in Betrieb genommen und 1980 für die Aufstellung von Spielautomaten mit einem Turm erweitert. Im Jahr 2000 betrug das Einspielergebnis 183 Millionen Schillinge, wozu 165.000 Besucher ihre Kohle ablieferten. Auf korrekte Kleidung wird äußersten Wert gelegt, am Eingang finden Kontrollen statt. Wobei nur die Klamotten vornehm sein müssen. Wüsteste germanische Dialekte durchdringen die spartanischen Spielsäle, deren Atmosphäre eher an einen Wildwest-Saloon erinnert. Photographieren ist verboten: Glücksspieler sind lichtscheu. Rechts: Austragungsort des Schachturniers 2000: Hotel Schönruh. Seither wird im Olympiazentrum gespielt. |
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