Neustadt an der Weinstrasse: Schach unter Extrembedingungen Teil II
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Da die Belange der Gastwirtschaft im vereinseigenen Sportheim des Post- und Telekom-SV immer Vorrang haben, gibt's regelmäßig Ärger. Es begann mit dem den Schachspielern zugemessen Platz im fertiggestellten Neubau - die Gaststätte nahm plötzlich mehr Raum als ursprünglich vorgesehen ein, also wurde der Platz für die Schachabteilung gestrichen. Als die ins sogenannte Vereinsheim einzog, war nur provisorischer Spielbetrieb in der Turnhalle möglich. Lärm, Beeinträchtigungen durch Veranstaltungen des Wirts, Einschränkungen des Turnierablaufs: Die Stadtmeisterschaft z.B.. musste von einer regulären Turnierbedenkzeit auf 90 Minuten pro Spieler/Partie gekürzt werden, damit alle Partien rechtzeitig fertig sind, wenn der Wirt keinen Bock mehr hat und gegen 11 Uhr den Laden dicht machen will. Er selbst kann sich dann entspannen in der Wohnung, die bei der Errichtung dieses glorreichen Vereinsheim für den Gaststättenbetreiber gleich mit eingebaut wurde. (Muss er aber nicht - mittlerweile hat er genug Geld verdient und sich ein Haus in besseren Gegenden gekauft). |
Schää isses
Wie Exilschachspieler gemacht werden: Von bollernden Bonzen in der Provinz Forschungsgruppe Qualen: Zwischenbericht zum Projekt Stallgeruch Am Stallgeruch erstickt: PTSV-Schach am Ende - Der Zusammenbruch 2001 Wem die Stunde
schlägt Die Lage der Welt |
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| Im sogenannten Vereinsheim war zunächst für die Schachspieler nur Platz in der Turnhalle, da der ursprünglich zugesagte Raum in die Gaststätte einbezogen wurde. Das hieß, vor jedem Spieltag Tische und Bretter aufbauen, hinterher wieder wegbringen. | Nachdem die Schachspieler mit dem Austritt aus dem PTSV gedroht hatten, bekamen sie dann einen Raum, der vom Wirt als Getränkelager belegt war. Mehr als zwei Mannschaften können nicht gleichzeitig spielen, weil der Platz nicht reicht. Aber besser als nichts, und der Raum an sich wäre auch nicht alleine Grund zur Klage. | Brüllender Lärm bei der Stadtmeisterschaft (Photo 99): Feten in der Gastwirtschaft lassen die Bretter im Schachraum wackeln. Auf den Gängen toben Sonntags bei Mannschaftskämpfen häufig kleinere und größere Lokalgäste mit entsprechender Geräuschkulisse, was zu Protesten der Gastmannschaften führt . |
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| Überraschung, Überraschung: Aan einem Freitag fanden die Spieler den Raum vom Mobiliar entleert, das wurde nämlich für eine zur gleichen Zeit stattfindende lärmende Gesellschaft benötigt. Gnädigerweise hatte man eine Campingeinrichtung als Ersatz hingeknallt. Überraschung auch für Schachfreund Schmachtenberg eines schönen Freitagabends: Der Computer-Bildschirm, den er den Schachspielern zur Verfügung gestellt hatte, wurde leblos aufgefunden. Täter unbekannt. | Kohle her Gern gesehen sind die Schachspieler als zahlende Gäste in der Gaststätte. Die Getränke-Preise entsprechen Restaurantniveau, verbilligte Getränke für Jugendliche gibt's nicht. Zeitweilig wurden Getränke vom Gaststätten-Personal nicht mehr in den Schachraum gebracht, Bedienung erfolgte nur noch für Gäste im Lokal. Basta. |
Getränke nur vom Wirt Angeblich hat der Wirt zwar keine Konzession für den Schachraum hinten. Was nicht verhindert, das ein eigener anlassbezogener Ausschank der Schachspieler dort umgehend und vehement beanstandet wird. Z.B. der Ausschank von Glühwein /Bowle beim Weihnachts- Blitzturnier, hier das Photo vom Dez.99 . |
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| Habbemafertig: Im vereinseigenen Vereinsheim des PTSV Neustadt bestimmt der nicht vereinseigene Wirt und Pächter der Gaststätte, wo es lang geht und wie lange ein Freitagabend-Spielabend dauert. Gegen 23 Uhr kommt oftmals schon das Personal und sagt in unnachahmlicher Art: "unnhabbemafertig". Das bedeutet, daß es jetzt reicht mit Schachspielen und fertigzuhaben ist. | Zahlen ja, Schachspielen nein: In den gastlichen Räumen der Gastwirtschaft des PTSV Neustadt darf nicht Schach gespielt werden. Ein Problem, wenn im Schachraum Turnierpartien laufen und diejenigen Spieler, die bereits fertig sind, noch Blitzschach spielen oder analysieren wollen, was nicht geräuschlos abgehen kann. Manchmal behilft man sich mit dem romantischen Geräteraum, wenn der gerade offen ist (Photo). | Schert Euch weg Schachspieler, die das Schachverbot in den Gaststättenräumen nicht akzeptieren wollten, wurden vom Wirt auch schon mal mit dem Baseball-Schläger bedroht, als es zum Streit über ein illegal eingeschlepptes Schachbrett kam. Flexibilität auch sonst: Stehen mittags bei vollbesetztem Lokal auf den noch leeren Tischen schon Reservierungsschilder für abends , gehen noch ankommende Stammgäste aus der Schachabteilung leer aus. Die vorbeugend reservierten Tische bleiben schon mittags frei, basta. |
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| Für Mannschaftskämpfe und Vereinsturniere reicht der Platz gerade so. Andere Turniere wie z.B. das Patrick Krüger Turnier müssen sonst wo ausgetragen werden, denn die restlichen Räume des Lokals müssen schachfrei bleiben.. | Ungeachtet der miserablen Bedingungen wird natürlich erwartet, daß die Schachspieler am Hüttchen mitbauen - so sollte zB als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung des Schachraums dem Wirt ein neues Getränkelager gebaut werden. |
Angesichts dieser Zustände bleibt nur eins: Sich vollaufen lassen.
Geschrei des zweiten Vorsitzenden am 17.6. zu diesen Darstellungen: "Lüge, Lüge, Lüge". Kommentar des dritten Vorsitzenden in Verbindung mit schmerzvollen Blicken zur Decke: : "Das muss man sich mal vorstellen - im Internet von vergangenen Dingen zu berichten. Da gehören doch nur ganz aktuelle Nachrichten hin. Das muss man sich mal vorstellen, das muss man sich mal vorstellen, das muss man sich mal vorstellen".
( Wo die Schachspieler vorher waren, bevor sie in diesem Wirtshaus landeten, erfahren Sie auf der Seite zur Geschichte der Spiellokale in Neustadt.. (Übrigens möglicherweise selbst verschuldete Bedingungen: Der PTSV-Vorsitzende meint, die Schachabteilung hätte den Umzug aus ihren früheren Räumen in der Karolinenstraße ins Vereinslokal selbst gewollt, es sei vom PTSV ursprünglich gar nicht beabsichtigt gewesen. Ein eigener Raum sei auch nicht zugesichert worden. Dem steht die Aussage des damaligen Abteilungsleiters entgegen: Er habe den Umzug in die Wege geleitet, nachdem ihm vom Vorstand zugesichert worden sei, daß die Schachspieler ihren eigenen Raum erhalten sollten.))